Besprechung von „Die Frau von Montparnasse“, Caroline Bernard.

Bevor man überhaupt mit dem Anhören der Lesung von „Die Frau von Montparnasse. Simone de Beauvoir und die Suche nach Liebe und Wahrheit.“ beginnt, fühlt man sich schon Teil der Geschichte. Denn ein einziger Blick auf das CD-Cover genügt, um zu glauben, man laufe im späten Nachmittag direkt auf den Eiffelturm zu.

Schon zu Beginn entführt die Schauspielerin und Synchronsprecherin Cathen Gawlich, die 1970 in Sömmerda geboren ist, den Hörer mit ihrer zugleich sanften und energievollen Stimme in die verspieltesten und romantischsten Ecken der Pariser Stadt der zwanziger Jahre. Doch an erster Stelle stehen selbstverständlich die erzählerischen Fähigkeiten der deutschen Schriftstellerin, Journalistin und Lektorin Tamia Schlie, die 1961 in Hamburg geboren ist und unter dem Pseudonym Caroline Bernard schreibt.

Mit ihren minutiösen und detailreichen Beschreibungen gibt sie den Hörer die Möglichkeit, sich für ca. 11 Stunden voll und ganz in einer der größten Philosophinnen des zwanzigsten Jahrhunderts hineinzuversetzen und die Erzählung hautnah mitzuerleben.

Sie berichtet über allerart Anekdoten und Szenarien des Lebens von Simone de Beauvoir und gibt ganze Gespräche, die die Denkerin mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten führte, wieder. Sei es ihr Vater, ihre Schwester Poupette oder ihre große Liebe Jean-Paul Sartre… Der Einfluss, der all die Menschen, die Simone nah standen, auf ihre Denkweise und Weltanschauung hatten, wird somit deutlich gemacht.

Nicht desto trotz ist und bleibt die ständige Suche nach der eigenen Identität und Freiheit sowie die Emanzipation der Frau im Vordergrund. Die tiefsten und intimsten Gedanken und Fragen die Simone dazu bewegten, ihre Bücher zu schreiben und die Philosophie des Existenzialismus zu formulieren, werden von der Autorin auf subtile Art und Weise ans Licht gebracht. Somit wird „Die Frau von Montparnasse“ für all die Frauen und Männer, die im Leben einen anderen Weg einschlagen möchten als der, der von den Eltern oder der Gesellschaft erwartet wird, zum Vorbild.

Auch wenn das Hörbuch kein philosophisches Werk ist, zieht es jeden, der sich für das Fach interessiert, in den Bann, denn es zeigt, wie verbunden die Persönlichkeit und Erlebnisse eines Denkers oder Denkerin mit seiner Lebensphilosophie sind. Etwas, was nicht immer selbstverständlich ist.

Eine der Stellen, an die ich mich noch lange erinnern werde, ist Folgende: Als eines Tages in der Bibliothek wo Simone lernte, die Aufsicht ankündigte „Monsieurs, wir schließen!“, fragte sie ob das auch für Damen gelte…

Courage, Stärke und Selbstbestimmung. Man sieht, Simone de Beauvoirs Lebensgeschichte inspiriert. Sie ist Zeitlos. Und Caroline Bernard macht ihr alle Ehre.

Diese Rezension wurde für das Onlinemagazin LizzyNet geschrieben.

Melanie Flores Bernholz, 06.04.2021.

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